Wertschöpfende Kommunikation in der Neo-Ökologie

Wenn aus Influencern Sinnfluencer werden, Qualität den Vorzug vor Quantität erhält und die Neuigkeiten von morgen gerade gut genug für heute sind, dann kann man sich sicher sein: Im angeregten Salongespräch von Söllner Communications wird die Zukunft der Kommunikation thematisiert. Vor geladenen Gästen haben Tina Heindel und Clemens Wolf im Herbst 2021 in die Glaskugel geschaut und unter anderem das Re-Design unserer Arbeitswelten und daraus resultierende Kommunikationsstrategien im Blick gehabt.

Clemens Wolf
Clemens Wolf
Chief Strategy Officer
Mit dem abschließenden dritten Teil wird der Strukturwandel des Ökologischen mit seinen Auswirkungen auf Wert- und Sinnschöpfung von Unternehmen und deren Kommunikation in den Fokus gerückt.

Um diesen Strukturwandel nachvollziehen zu können, reicht es, ikonische Bilder aus den letzten Jahrzehnten heranzuziehen: Von klassischen Umweltschutzthemen wie dem Waldsterben, welche – noch recht monokausal – die 1970er Jahre geprägt haben. Über den wachsenden Diskurs um die Atomkraft in den 1980er und 1990er Jahre. Bis hin zum globalen Siegeszug des Ökologischen in den vergangenen 20 Jahren, der schließlich auch Fragen der Ernährung und des Klimaschutzes moderiert hat. Jeder dieser Entwicklungsschritte ist als Faktor auch für die Wirtschaft immer bedeutsamer geworden. Doch erst mit der Globalisierung von Themen wie dem Klimaschutz ist die Entkopplung vom Wirtschaftlichen schlicht kaum mehr möglich. Wir befinden uns in der Ära der Postwachstumsökonomie, in welcher das Thema Nachhaltigkeit endgültig zum harten Wirtschaftsfaktor geworden ist. Als solcher stellt sie zwar quantitatives Wachstum gegenüber dem Wachstum von ökologischen und sozialen Werten und mehr Sinnhaftigkeit erstmals infrage. Aber es gehört zum Wesen des neuen Ökonomiebegriffes, dass die aus dieser Neugewichtung resultierende höhere Akzeptanz beim Kunden durchaus wieder auf ein wirtschaftliches Wachstum einzahlen kann

Wertschöpfende Kommunikation in der Neo-Ökologie

New Local = New Social

Wie kaum ein anderes Beispiel aus der jüngeren Agenturgeschichte verkörpert das Modell des EDEKA-Markts Die Frisch-Nachbarn (mehr dazu hier) diesen Strukturwandel. In Sachen Gestaltung und Kommunikation hat Söllner Communications den Weg des Unterföhringer Zukunftsmarkts zum nachbarschaftlichen Regionalitäts- und Nachhaltigkeitsspot von Anfang an begleitet. Hier findet die selbstverständliche Integration des Nachhaltigen ihren Ausdruck nicht nur in der Betonung von Zero-Waste-Aspekten durch ausgedehnte Unverpackt-Stationen, sondern auch im maximal ressourcenschonenden Inhouse-Farming, das es den Kunden ermöglicht, Blattsalate frisch geerntet zu erhalten. Noch regionaler als unmittelbar vor Ort geht tatsächlich nicht. Maßnahmen wie diese lassen sich unter dem Begriff „New Local“ zusammenfassen, das ein auf höhere Identifikation und mehr Awareness einzahlendes „New Social“ unmittelbar bedingt. Für die sozialen Medien ist die integrierte Nachhaltigkeit der Frisch-Nachbarn ein Beleg, dass Ökologie und Convenience miteinander vereinbar sind.

 

Mit der festen Verankerung des Ökologischen im Begriff der Postwachstumsökonomie werden ökologische und soziale Werte so zu neuen Treibern für wirtschaftlich gesundes und bewusstes Wachstum. Und zum Fundament für eine Kommunikation, die in der Gestaltung der Gegenwart bereits das Übermorgen im Blick hat.

S/W-Headerfoto: Ralf Piorr

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